Chronik

Sänger vor dem 1. Vereinslokal "Zur Rose" > Bild von P. Kimmel

 Am 22. Juni 1922 trafen sich 24 sangesfreudige Männer im Gasthaus "Zur Rose“ und gründeten unter dem Vorsitzenden Georg Belle den Arbeitergesangverein „Liederblüte“. Kurz darauf verpflichtete man den Chorleiter Otto Bretthauer aus Groß-Auheim. Schon 1923 beteiligte sich der Chor an einem Kritiksingen in Aschaffenburg und erreicht zwei Mal das Prädikat „Sehr gut“.
1929 hatte man den Mut in Zellhausen zum ersten Gesangswettstreit, in der III. Landesklasse mit 28 Sängern zu melden und errang einen ersten Platz. Die ersten Jahre waren geprägt von viel Turbulenz bei großen Erfolgen. Von der Gründung bis 1933 gab es 5 Chorleiter und zwar: Herr Otto Bretthauer, Herr Kopp, Herr Oppermann, Herr Strauß, Herr Gast und wieder Herr Oppermann.

 

 

1933 war wohl das traurigste Kapitel der Vereinsgeschichte, denn unser Verein wurde wegen sozialistischen Vorwürfen von dem damaligen Regime verboten. Sämtliche Vereinsunterlagen mußte der 1928 gewählte Vorsitzende Theodor Kunkel vernichten lassen. Nach den verheerenden Kriegswirren konnte der Verein am 4. August 1949 unter dem Vorsitz von Anton Lang wieder weiter geführt werden. Zwei Wochen später wurde der Gesangsbetrieb unter Leitung von Werner Bretthauer aufgenommen.
Trotz Geldknappheit aber bei viel Phantasie wurde 1952 das 30 jährige Gründungsfest unter der Schirmherrschaft von Emil Riedl gefeiert. Unsere heutige Fahne wurde 1954 von Emil Riedl gespendet und nach der Weihe gebührend gefeiert.

 

 Fahnenweihe 1954

 

 

 

 

 

Unter Leitung von Heinz Piecha wurden die Theaterstücke bis 1958  im Postsaal aufgeführt. Vielen von uns sind auch die großen Maskenbälle mit den kleinen Barräumchen auf der Galerie in Erinnerung.

Nachdem 1956 das Vereinslokal "Zur Rose" geschlossen wurde, zog man in die Gaststätte "Zum Deutschen Haus" um. In dieser Zeit konnte man große Aufbruchstimmung feststellen, ob beim Hausbau oder beim Aufbau des Vereins. 1957 wurde der Verein ins Vereinsregister Alzenau eingetragen. Nach dem Tod des Dirigenten Bretthauer 1955 wurde Herr Adam Eisenhauer verpflichtet, der leider plötzlich im gleichen Jahr verstarb. Nachfolger wurde der 19 jährige Siegward Rocholl. Nach einem schweren Verkehrsunfall stand er ab 1958 dem Verein nicht mehr zur Verfügung.

Nach einer kurzen Vereinsführung von Otto Hussi übernahm 1952 unser heutiger Ehrenvorsitzender Oswald Lang  die Geschicke des Vereins bis 1964. Oswald Lang verstand es in erster Linie, junge Männer und Jugendliche für den Chorgesang zu werben. 2001 wurde ihm die "Karl-Friedrich Leucht Medaille vom MSB verliehen. Ab 1958 übernahm der junge und talentierte Dirigent Reinhold Daus die musikalische Leitung. Die Sängerzahl wuchs auf 50 Sänger an. Der Chor beteiligte sich erfolgreich an vielen Wertungssingen und veranstaltete Konzerte in der Kultur- und Sporthalle. 1959 schloss sich der Verein dem Hessischen Sängerbund an und wechselte 1976 in den Maintal-Sängerbund über.

 

 

 

 

Im Juli 1962 wurde in einem großen Festzelt, auf dem heutigen Schulgelände, mit über 20 Gesangvereinen  und einem Festumzug das 40-jährige Vereinsbestehen gefeiert.  1964, ein markantes Jahr, denn man zog in ein neues Vereinslokal „Zur Krone“, damals Hugo Roßmann und im gleichen Jahr wurde die Vereinsführung in die Hände von Gerhard Rumpf gelegt, der dieses Amt bis 1971 inne hatte.

Mit Adolf Leibacher als Vorsitzender und Nico Sendelbeck als Dirigent bekam 1972 der Verein eine neue Vereins- und eine neue musikalische Führung. In diesem Jahr entschied man in der Generalversammlung, dass der "Arbeitergesangverein" nur noch Gesangverein heißen soll. Auch stand in diesem Jahr wieder ein Jubiläum auf dem Kalender und so wurde das 50jährige Gründungsfest in der Kultur- und Sporthalle mit einem Konzert, einem Freudschaftsingen sowie einem Prädikat-Wertungssingen gefeiert.

Mit Egon Guth an der Spitze des Vereins kamen 1973 auch neue Impulse in den Verein.Man gründete, um den Nachwuchs zu fördern, unter musikalischer Leitung von Nico Sendelbeck eine Gitarrengruppe, die 1975 an Manfred Knospe überging und bis 1979 Bestand hatte. 1975 verpflichtete man Hans B. Ludwig als Dirigent.Nach kurzer Zeit wuchs die Sängerzahl auf 69 Sänger an. Noch im gleichen Jahr erzielte man in Hörstein bei einem Prädikat-Wertungssingen zweimal die Bestnote "Hervorragend".

 

 1976 Freundschaftsspiel zwischen" Tonblüte Albstadt" und "Liederblüte Dettingen" mit Dirigent Ludwig

 

Die Zeit von 1976 bis 1980 war geprägt von Gesangswettstreiten. Wir besuchten Vereine von Kleinostheim bis Kronau; von

Hasselbach bis Bernbach. Es wurden sehr viele 1. Klassenpreise, 1. Dirigentenpreise, 1.Höchste Ehrenpreise sowie Pokale ersungen. 1977 wurde das 55jährige Bestehen mit einem Prädikat-Wertungssingen und einem Freundschaftssingen in der Bayernhalle gefeiert. Die Krönung erfuhr unser Chor, als wir eine Konzertreise, verbunden mit der Eintragung ins goldene Buch der Stadt zum befreundeten Chor nach Mülheim/Ruhr unternahmen. Bei einer vollbesetzten Stadthalle, zirka 2000 Besucher, gaben wir mit den „Sangesfreunden Oemberg“ ein Konzert.

Erfolgreich und unterhaltsam konnten wir von 1971 bis 1998 Familienabende in der Turnhalle veranstalten.

Um unsere Mitglieder besser zu informieren und bessere Details für die Chronik zu erhalten, gab 1974 Leo Streit die so genannten „GVL- Nachrichten“ heraus.

Von 1980 bis 2008 veranstalteten wir einen Kappenabend in der Turnhalle unter dem Motto „Karlstein, wie es singt und lacht“.

1997 wurde das "Karlsteiner Weißbierfest" ins Leben gerufen und auf dem Festplatz veranstaltet. 2007 zogen wir um vor die Lindighalle, was uns sehr viele Vorteile brachte.

1980 bis 1994 wurde die musikalische Leitung Wolfgang Diefenbach übertragen. Ein neuer Mann und andere Ideen, so hat man große Chor-Orchester-Konzerte im Rahmen der Chorgemeinschaft Diefenbach veranstaltet. Auch bei Gesangswettstreiten waren wir sehr erfolgreich. Die Bayernhalle war mehrfach Austragungsort großer Opern-Konzerte mit großartigen Solisten.  Als herausragende Konzertreihe darf man die von 1985 erwähnen und zwar mit dem Marburger Kammerorchester und dem Dornbusch-Sinfonie-Orchester und der Chorgemeinschaft Diefenbach: Stadthalle Limburg, Bayerhalle Karlstein und Kurhaus Wiesbaden. Die Krönung dieser Konzertreihe war der Auftritt in der Alten Oper in Frankfurt.

Weiterhin wurden Konzerte in Darmstadt, Montabaur, Hainstadt, Niedernhausen, Alzenau durchgeführt. Auch Feste wurden beim GVL gefeiert. Es beteiligten sich 56 Vereine beim Gesangswettstreit und Freundschaftssingen 1982 beim 60jährigen Bestehen. Aus Anlass der 250 Jahr-Feier „Dettinger Te Deum“ veranstaltete der Volkschor Großwelzheim unter der Stabsführung von Franz-Peter Huber mit 10 Sängern, aus unserem Chor als Verstärkung,  1993 eine Konzertreihe in London, Sankt James Kathedrale sowie in Lohr Wombach, Westerngrund, Balver Höhle und in der Bayernhalle Karlstein.

Unter dem Dirigat von Gerhard Öfner 1994 - 2000 wurden eine Weihnachtskantate und ein Musical, sowie mehrere Wettstreite erfolgreich bestritten. In der Zeit von 1975 bis heute konnten auf Wettstreiten und anderen Leistungssingen 33 Pokale, 26 erste und zweite Preise errungen werden, bei 11 Prädikat-Wertungssingen konnten wir sogar einmal Tagesbestwertung erzielen.

Wegen eines Dirigentenwechsels mussten wir 1994 in Klein-Welzheim mit unserem Vizedirigenten Wolfgang Leibacher antreten und errangen alle 1. Preise.

Seit 1978 gibt es unseren „Kleinen Chor“, der ausschließlich aus Sängern des großen Chores besteht. Er wurde von Heinz Belle ins Leben gerufen, um Ständchen zu bringen, die mit der Satzung nicht in Einklang stehen. So konnte man mehrere Kapitelfeste vom Ritterorden "Der Greif" (Leitung Großmeister Oskar Schuy) in der Schloßkapelle Aschaffenburg gesanglich umrahmen, bis das Kapitelfest nach Heidelberg verlegt wurde.

Die Ordensritter kamen aus Frankreich, Belgien, Holland, und Italien. Konzertreisen führten nach Wien, St. Aegidi, Passau und Edersee/Frankenau. Jubilaen wie das 10, 20, 25 und 30jährige Bestehen wurden im großen Rahmen gefeiert. Nach mehreren Dirigentenwechsel wie Heinz Belle, Olaf Laber, Frank Montillon, Christian Giegerich, Jutta Heilmann, Markus Meier konnte im März 2001 Michael Habermann die Leitung des Kleinen Chores übernehmen. Nach der kurzen Übernahme konnte er im Dezember das erste Konzert in Hainchen geben. Was ihm auch sehr gut gelungen ist, war der Auftritt bei „Karlstein, wie es singt und lacht“.

 

80 jähriges Gründungsfest

 

Im August 2000 wurde Herr Michael Habermann der neue musikalische Leiter des Männerchores. Seinen ersten Auftritt hatte er mit uns beim Konzert "25 Jahre Karlstein" 2 Monate später in der Lindighalle. Inzwischen wurden 4 Gesangswettstreite und Wertungssingen erfolgreich besucht. In den vergangen 11 Jahren sangen wir 3 Benefiz-Konzerte: zu Gunsten der Flutwasseropfer von Bad Schandau, der Sanierung von St. Hippolyt-Kirche in Dettingen und von Hospiz Louise de Marilac Hanau.

Konzertreisen führten nach Karlsbad und Marienbad, in die sächsische Schweiz sowie nach Bad Schandau. Drei Adventkonzerte in der St. Peter und Paul Kirche wurden mit hoher Zuhörerresonanz belohnt. 2004 konnte ein Singspiel gleich zweimal in der Kultur- und Sporthalle aufgeführt werden. Mit Unterhaltungskonzerten in der Lindighalle wurden 2007 und 2010 neue Wege aufgezeichnet. In der "Fränkischen Weihnacht" hörte man unseren Männerchor 2008 nach 10 Jahren wieder.

Am 8. April 2003 wurde eine Frauensinggruppe gegründet. Sie sah als erstes Ziel einen Auftritt beim Singspiel im Herbst 2004 vor. Inzwischen formiert sich unser Frauenchor unter dem Namen "Sing A Rellas". Er konnte sich bei allen Konzerten sowie bei der Veranstaltung "Feuer und Flamme" einen Namen machen. 2008 wurde auch das Jubiläumskonzert - 5 Jahre FC "Sing A Rellas" und 30 Jahre "Kleiner Chor" - in der Kultur- und Sporthalle gefeiert.

Mit Wirkung zum 17.01.2012 übernahm Martin Hock aus Großwelzheim den Dirigentenstab beim Männerchor sowie auch beim Frauenchor "Sing A Rellas". Wir gewöhnten uns sehr schnell aneinander und freuen uns auf jede kommende Gesangstunde.

Unser 1. Vorsitzende Herr Leo Streit, hat sein Amt seit 1983 inne. Er hofft, dass in den nächsten Jahren das gute Zusammenspiel zwischen Herrn Hock und dem Chor genauso weitergeführt werden kann, wie es begonnen hat.

 

Am 03.03.2017 übergab Leo Streit nach 34 Jahren sein Amt als 1. Vorsitzender an Gebhard Heßberger. Leo Streit wurde zum Ehrenvorsitzenden ernannt.

 

Konzert in der Lindighalle 2015


SingARellas 1. Auftritt Singspiel

 

Nicht zu glauben .... 10 Jahre ist es her! Angefangen hat es mit einem Singspiel, gemeinsam mit der Theatergruppe Karlstein. Den Grundstein legten wir bei einem ersten Gespräch am 08.04.2003. Keine Vereinsverpflichtung - kein Beitrag - einfach Spaß am Singen sollte es sein. Es machte viel Spaß und das Singspiel am 16. Oktober 2004 kam nicht nur bei den Sängerinnen und Sängern gut an, nein auch das Publikum war begeistert. Danach, am 26.10.2004, waren wir uns einig - wir wollen gemeinsam weitersingen.

Unseren ersten Auftritt hatten wir beim Weißbierfest 2005. The lion sleeps tonight war unser erstes Stück, welches wir noch zu Festzeltzeiten am Mainufer des Dettinger Festplatzes zum Besten gaben.

Mit unserer ersten Sprecherin Christel Leibacher traten wir als neuer Frauenchor der Liederblüte Dettingen auf. Unser Dirigent Michael Habermann hatte ein Händchen dafür, uns verschiedene Musikrichtungen nahe zu bringen und uns durch seine typische Art zu fordern und damit zu inspirieren unser Bestes zu geben. Quer durch alle Musikrichtungen führten uns unsere Proben und trotz anfänglicher Schwierigkeiten machten wir auch vor der englischen Literatur nicht Halt.

Es folgten gemeinsame Auftritte bei Freundschaftssingen, Kappenabend und Weißbierfest der Liederblüte und auch bei unseren Konzerten. Hin und wieder ist Singen allerdings auch nicht mehr wirklich spaßig. Zum Beispiel, wenn man versucht, bei der Waldweihnacht (2009) bei minus 20 Grad nicht nur die Fassung zu bewahren und die Füße nicht einfrieren zu lassen und darüber hinaus auch noch stilvoll Weihnachtslieder zu präsentieren.

Viel Spaß hatten wir auch bei unseren Ausflügen. Ob eine Flussfahrt nach Aschaffenburg oder der Besuch der Märchenfestspiele in Hanau. Mit Sekt und guter Laune waren wir immer dabei. Auch das Musical die Päpstin in Fulda gehörte zu unseren Zielen. Mit dem Fahrrad ging es zum Probewochenende nach Paris ..... Na gut, es war in Seligenstadt, aber immerhin trug unser Proberaum den Namen Paris und es war klasse. Super Wetter, gute Stimmung und nach der Probe gutes Essen und genügend Getränke. Es war alles da. Auch wenn unser Dirigent mit den Hühnern zu Bett ging, so schmetterten wir eben ohne ihn ein inbrünstiges Ständchen zum Hochzeitstag unserer Sangeskollegin.

2008 fanden wir unseren Namen, The SingARellas und 2012 unseren neuen Dirigenten, Martin Hock. Seit diesem Tag ist es mit der Ruhe vorbei. In jeder Probe gibt es nicht nur Gymnastik, sondern auch ein neues Lied und eine neue Herausforderung. Und das Beste ist ..... es macht einfach Spaß und die Probe ist schneller rum, als man sich versieht. Ca. 20 Frauen freuen sich jeden Dienstag um 20.30 Uhr, in entspannter Atmosphäre, im Anton-Wombacher-Haus zu singen.

Und nun, 2013 ist das Jubiläum da, welches wir gebührend bejubeln möchten. Am 8. Juni 2013 feiern wir im Rudolf-Wöhrl-Pavillon um 17.00 Uhr unser 10jähriges. Gemeinsam mit dem Männerchor und dem Kirchenchor Cäcilia Großwelzheim laden wir ein, einen schönen Nachmittag mit Gesang, Snacks und Wein zu verbringen. Wir freuen uns auf viele Besucher und hoffen auf neue Gesichter in unserem Kreis. Besonders schön wäre es, wenn wir uns über Neuzugänge in unserem Kreis freuen könnten!

Ute Merget / Iris Leibacher